Wer mehrere Teile zu einer Einheit zusammenfassen will, trifft eine Entscheidung, die vor jeder Maschinenauswahl liegt. Soll das Produkt nur gebündelt und gekennzeichnet werden, soll eine Ladung gegen Verrutschen gesichert werden, oder soll alles vollständig umhüllt sein? Jede dieser Aufgaben hat ihr eigenes Verfahren, und mit dem Verfahren ändern sich Maschinentechnik und Verbrauchsmaterial. Erschwert wird die Abgrenzung durch einen Begriff, der in zwei Bedeutungen im Umlauf ist. Banderolieren meint nicht in jeder Branche dasselbe.

Das Wichtigste in Kürze

  • Banderolieren bündelt und kennzeichnet. Ein breites flaches Band aus Papier oder Folie wird spannungsarm um das Produkt oder Bündel gelegt und versiegelt. Der Empfänger öffnet es von Hand, ohne Werkzeug.
  • Umreifen sichert. Ein schmales, reißfestes Band läuft unter hoher Spannung um die Ladung und wird verschlossen. Zum Öffnen braucht es ein Werkzeug.
  • Folienschrumpfen umhüllt. Die Folie wird um das Produkt gelegt und im Schrumpftunnel unter Hitze angelegt, bis sie eng anliegt. Danach ist das Produkt rundum geschlossen.
  • Der Begriff banderolieren ist doppelt belegt. In der Folienverpackungstechnik heißt auch das Umlegen und Schrumpfen einer Folie so. Eine Anfrage kann deshalb zwei völlig verschiedene Maschinen meinen.

Die drei Verfahren im Vergleich

KriteriumBanderolierenUmreifenFolienschrumpfen
Hauptzweckbündeln und kennzeichnenLadung sichernumhüllen und schützen
Verbrauchsmaterialbreites flaches Band aus Papier oder Folieschmales reißfestes BandFolie als Schlauch oder Zuschnitt
Bandspannungspannungsarm, formschonendhoch, das Band zieht die Ladung zusammenkeine, die Folie legt sich durch Wärme an
Produktabdeckungteilweise, das Produkt bleibt sichtbarteilweise, nur im Bandverlaufvollständig
Öffnenvon Hand, ohne Werkzeugnur mit WerkzeugAufreißen oder Schneiden
Wärmeeintrag am Produktkeiner, gesiegelt wird am Bandkeinerdas Produkt durchläuft einen beheizten Tunnel
Bedruckungüblich, Logo oder Produktinformation direkt auf dem Bandkaum genutztnur über bedruckte Folie oder Einleger
Schutzwirkungkeine gegen Staub oder Feuchtigkeitkeine gegen Staub oder FeuchtigkeitSchutz gegen Staub und Feuchtigkeit
Typische AufgabeMehrstückpackung, ProspektstapelPalette, TransportsicherungOriginalitätsschutz, Außenlagerung

Ein Begriff, zwei Bedeutungen

Die wichtigste Quelle für Missverständnisse ist das Wort selbst. In der Bündeltechnik bezeichnet Banderolieren das Umlegen eines flachen Bandes, das anschließend an der Überlappung verschlossen wird. In der Folienverpackungstechnik wird dagegen auch das Umlegen und Schrumpfen einer Folie so genannt. Beide Verwendungen sind etabliert, und beide sind in Angeboten wie in Suchanfragen anzutreffen.

Wer eine Banderoliermaschine anfragt, bekommt deshalb je nach Gesprächspartner ein Gerät für flache Bänder oder eine Folienanlage mit Schrumpftunnel. Die beiden Maschinen unterscheiden sich in Stellfläche, Energiebedarf, Verbrauchsmaterial und Wartungsaufwand grundlegend. Beschreiben Sie bei einer Anfrage deshalb nicht das Verfahren, sondern das Ergebnis. Ein Satz wie „zwei Faltschachteln sollen quer zusammengehalten werden, das Band darf von Hand aufreißbar sein“ ist eindeutig. Das Wort banderolieren allein ist es nicht.

Detailvergleich

Banderolieren: bündeln und kennzeichnen

Die Banderole hält zusammen, sie sichert nicht. Das Band läuft spannungsarm um das Produkt, wird an der Überlappung versiegelt und erreicht dort eine hohe Reißfestigkeit. Dieselbe Überlappung dient dem Empfänger als Aufreißhilfe, das Bündel lässt sich ohne Messer öffnen. Banderoliermaschinen verarbeiten Papier- und Folienbanderolen, und das Band ist bedruckbar, etwa mit Firmenlogo oder Chargennummer. Damit spart die Banderole in vielen Fällen ein zusätzliches Etikett ein.

Der Materialverbrauch ist gering, weil nur ein schmaler Streifen um das Produkt läuft und nicht die gesamte Oberfläche bedeckt wird. Das Produkt bleibt sichtbar und greifbar. Eine Banderolierstation kommt entsprechend schmal aus und lässt sich in eine bestehende Linie einfügen. Die Taktleistung reicht je nach Bauart vom Handarbeitsplatz bis in den Hochleistungsbereich. Am oberen Ende steht die CardSeal von Köra-Packmat, die ausschließlich Karten verpackt, mit bis zu 700 Takten pro Minute und einer vierseitigen Ultraschall-Schweißnaht.

Welche Bandbreite und welche Materialart Ihre Maschine braucht, steht auf dem Rollenkern oder auf dem letzten Lieferschein. Die Systematik dahinter beschreibt der Materialleitfaden Banderolen richtig auswählen.

Umreifen: Ladung sichern

Umreifen ist ein Verfahren der Ladungssicherung und kein Kennzeichnungsverfahren. Das Band ist schmal und reißfest, es wird unter hoher Spannung um die Ladung gezogen und dann verschlossen. Diese Spannung ist der eigentliche Zweck: Sie presst Kartons und Gebinde so zusammen, dass sie beim Transport nicht gegeneinander arbeiten.

Daraus folgen die Grenzen. Druckempfindliche Produkte vertragen die Bandspannung nicht, und an Kanten kann das schmale Band in die Verpackung einschneiden, weshalb Kantenschutz üblich ist. Zum Öffnen braucht der Empfänger ein Werkzeug, was im Versandhandel und an Verkaufsregalen stört, auf der Rampe aber keine Rolle spielt. Für die Kennzeichnung taugt das schmale Band kaum. Wer Transportsicherheit und gleichzeitig eine bedruckte Fläche braucht, kombiniert in der Praxis beides: umreift für den Transport und banderoliert für die Verkaufseinheit. Die begriffliche Abgrenzung steht im Glossareintrag Umreifung.

Zur Einordnung: Umreifungsmaschinen und Umreifungsband gehören nicht zum Programm von aftech. Wenn die Aufgabe auf eine Umreifung hinausläuft, berät aftech dazu und verweist weiter. Geliefert werden Banderoliertechnik und das zugehörige Verbrauchsmaterial.

Folienschrumpfen: vollständig umhüllen

Beim Folienschrumpfen wird das Produkt in Folie eingeschlagen und läuft anschließend durch einen Schrumpftunnel, in dem sich die Folie unter Hitze an die Kontur anlegt. Das Ergebnis ist eine geschlossene Hülle. Sie schützt gegen Staub und Spritzwasser, wirkt als Originalitätsverschluss und hält auch unregelmäßig geformte Gebinde zusammen, die ein Band allein nicht fassen würde.

Der Preis dafür ist Aufwand. Die Folie bedeckt die gesamte Oberfläche, der Materialeinsatz ist entsprechend höher als bei einem Band. Der Tunnel braucht Energie und Stellfläche, er muss aufheizen, und das Produkt durchläuft Wärme. Für wärmeempfindliche Ware, etwa gekühlte Lebensmittel oder bestimmte Kunststoffteile, ist das ein Ausschlusskriterium. In solchen Fällen bündelt eine Banderole ohne Wärmeeintrag am Produkt.

Zum Vergleich der beiden Verfahren kursieren Prozentangaben zu Material- und Energieeinsparung. Diese Zahlen stammen von Maschinenherstellern, fallen je nach Quelle unterschiedlich aus und lassen sich nicht ungeprüft auf ein konkretes Format übertragen. Belastbar wird die Rechnung erst, wenn Materialverbrauch und Energiebedarf für das eigene Bündel gegenübergestellt werden. Der Beitrag Bündeln ohne Umkarton geht auf die Leerraumfrage ein, die die europäische Verpackungsverordnung aufgreift.

Wann welches Verfahren passt

  • Mehrere gleiche Artikel sollen als Verkaufseinheit zusammengefasst und mit einem Aufdruck versehen werden: Banderole.
  • Das Produkt ist wärmeempfindlich und darf keinen Tunnel durchlaufen: Banderole.
  • Der Kunde soll die Einheit ohne Messer öffnen können: Banderole.
  • Kartons auf einer Palette sollen den Transport überstehen: Umreifung.
  • Das Produkt muss gegen Staub und Feuchtigkeit geschützt sein: Schrumpffolie.
  • Das Gebinde ist unregelmäßig geformt und ein Band würde abrutschen: Schrumpffolie.
  • Transportsicherheit und Verkaufsauftritt werden gleichzeitig gebraucht: Umreifung und Banderole kombinieren.

Typische Fehler

  • Eine Banderole als Ladungssicherung einplanen. Sie hält das Bündel zusammen, sie nimmt aber keine Transportkräfte auf.
  • Eine Umreifung an der Verkaufseinheit einsetzen und sich anschließend über beschädigte Kanten oder Reklamationen beim Öffnen wundern.
  • Schrumpffolie für wärmeempfindliche Produkte wählen, weil die Optik gefällt, und den Tunnel erst beim Testlauf als Problem erkennen.
  • Eine Anfrage mit dem Wort banderolieren stellen, ohne das gewünschte Ergebnis zu beschreiben, und ein Angebot für die jeweils andere Verfahrensfamilie erhalten.
  • Prozentzahlen aus Herstellerprospekten zur Materialeinsparung ungeprüft in die eigene Kalkulation übernehmen.
  • Das Verfahren festlegen, bevor der ungünstigste Fall aus der laufenden Produktion vermessen ist. Formatschwankungen entscheiden oft stärker als der Verfahrensvergleich.

Zum Thema

Fazit

Die Verfahrensfrage beantwortet sich am Ergebnis, nicht am Maschinenkatalog. Soll die Einheit bedruckt und ohne Werkzeug zu öffnen sein, führt der Weg zur Banderole. Darf auf der Palette nichts verrutschen, ist die Umreifung das Mittel. Umreifungsmaschinen und Umreifungsband gehören nicht zum Programm von aftech; wir beraten dazu und verweisen weiter. Für ein rundum geschlossenes Produkt bleibt die Schrumpffolie. Diese Festlegung gehört an den Anfang, denn sie bestimmt Maschinentechnik und Verbrauchsmaterial für die gesamte Nutzungsdauer.

Beraten wird diese Auswahl bei aftech. Das Vertriebsingenieurbüro für Verpackungstechnik besteht seit 2003 in Zimmern ob Rottweil und ist Werksvertretung von Köra-Packmat im rund sechs Kilometer entfernten Villingendorf. Banderolen liefert aftech markenübergreifend, also auch für Fremdfabrikate wie HIMA. Zum Leistungsumfang gehören Beratung, Schulung, Verleih und Reparatur, dazu die Aufstellung der Maschine beim Kunden und die Einweisung des Bedienpersonals. Service und Materialversorgung sind auf einen Umkreis von rund 100 Kilometern um Zimmern ob Rottweil ausgelegt, der Maschinenvertrieb deckt die Postleitzahlgebiete 54, 55, 6, 7, 8 und 9 ab, ohne 98 und 99. Wenn Sie unsicher sind, welches der Verfahren zu Ihrem Produkt passt, ist eine Vorführung mit dem eigenen Bündel der schnellste Weg zur Entscheidung.

Quellen und weiterführende Informationen

Die folgenden Quellen ordnen Begriff und Regulatorik ein; die Maschinenübersicht steht auf der Hauptseite.

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