Ein Reibanleger ist ein Zuführgerät, das flache Produkte aus einem Stapel vereinzelt und einzeln an die nachgelagerte Maschine übergibt. Das Funktionsprinzip ist mechanisch einfach: Die zu vereinzelnden Produkte, etwa Briefumschläge, Telefonkarten oder Zuschnitte, werden im Stapel in das Magazin eingelegt. Das unterste Produkt liegt auf dem Reibriemen auf und wird durch die Reibkraft des Riemens aus dem Stapel abgezogen. Die Bremsrolle verhindert die Mitnahme des Folgeprodukts. Der Luftspalt ist dabei verstellbar, beim EasyFeeder EF-235 von 0,1 bis 5 mm, beim BasicFeeder BF3-300 von 0,1 bis 12 mm.

Bedeutung in der Fertigung

Ein Anleger ist selten das Ziel einer Investition. Er ist die Voraussetzung dafür, dass eine nachgelagerte Maschine getaktet arbeiten kann, und seine Leistung begrenzt damit die gesamte Linie. Der BasicFeeder BF3-300 vereinzelt bis zu 80 Produkte pro Minute, verarbeitet Material ab 60 g/m² und ist mit 250 oder 300 mm Spendebreite verfügbar. Der EasyFeeder EF-235 hat 235 mm Spendebreite und läuft bis 40 m/min. Beide Geräte sind in Schutzart IP 40 ausgeführt und bringen ein Zählwerk mit, der EF-235 bis 99, der BF3-300 bis 99999 Stück. Über das Zählwerk lassen sich Anleger und Banderolierer zu einem Arbeitsgang verbinden, wie beim Zählen und Banderolieren in einem Durchlauf beschrieben.

Abgrenzung zum Sauganleger

Reibanleger und Sauganleger lösen dieselbe Aufgabe über unterschiedliche Kräfte. Der Reibanleger nutzt Reibung, der Sauganleger arbeitet mit Vakuum und ist deshalb für empfindliche oder unregelmäßige Oberflächen die bessere Wahl. Für den Sauganleger sprechen in der Praxis:

  • glänzende oder lackierte Oberflächen, auf denen der Reibriemen keinen sicheren Griff findet
  • Karten mit Blindprägung, die nicht plan aufliegen
  • empfindliche Materialien wie Fotopapiere oder CDs
  • Sachets, die keine gleichmäßige Reibfläche bieten

Eine ausführliche Gegenüberstellung beider Bauarten steht im direkten Vergleich von Reib- und Sauganleger.

Einsatzfälle und Grenzen

Typisch ist der Reibanleger überall dort, wo mattes und formstabiles Material in gleichbleibender Qualität anfällt. Bei Zuschnitten aus der Druckerei oder bei Beilagen funktioniert das Prinzip zuverlässig. Die Grenze liegt nicht bei der Maschine, sondern beim Produkt: Sobald Oberfläche, Planlage oder Materialstärke im Stapel schwanken, steigt das Risiko für Doppelabzug oder Fehlstellen im Takt. Ursachen und Abhilfe beschreibt der Beitrag zum Doppelabzug bei glänzenden Produkten. Reibriemen und Bremsrolle laufen im direkten Produktkontakt und sind deshalb die Teile, die bei der Wartung zuerst geprüft werden. aftech in Zimmern ob Rottweil führt die Anlegertechnik von Köra-Packmat als Werksvertretung und richtet die Auswahl am Produkt und an der geforderten Taktleistung aus, nicht am Gerätenamen.

Verwandte Begriffe

Alle Begriffe dieser Reihe stehen im Glossar zur Banderolier- und Anlegertechnik.

Quellen und weiterführende Informationen

Die Angaben zum Funktionsprinzip und die technischen Eckwerte der genannten Modelle stammen von aftech als Werksvertretung und vom Hersteller Köra-Packmat.

Unklar, was zu Ihrer Anwendung passt?

Direkt mit Jürgen Fetzer sprechen →